In Treatment

Psychotherapie in Fernsehserien und Spielfilmen als Anregung für systemische intervisorische Reflexion


mit Herbert Gröger und Luigi Trenkler

Die US-amerikanische Fernsehserie „In Treatment“ hat die Arbeit eines Psychotherapeuten mit seinen KlientInnen zum Thema. Die FernsehzuseherInnen verfolgen Therapien mit einer Frau, einem Mann, einem Paar und einer Jugendlichen sowie die Supervision des Therapeuten. Jede Folge zeigt eine Sitzung, die Handlung beschränkt sich fast ausschließlich auf die Psychotherapie- und Supervisionsstunden.

Wir haben für dieses Seminar einige Szenen ausgewählt, die prägnant entscheidende Phasen des Therapieverlaufs wiedergeben. Außerdem inspiriert das im Film abgebildete TherapeutInnen-Milieu zu einem Vergleich mit dem eigenen Praxisalltag. Wir sehen uns mit dem detaillierten Bild eines Psychotherapeuten konfrontiert und haben die seltene Möglichkeit, unser Tun einmal von außen zu beobachten. Ein blinder Fleck in der therapeutischen Arbeit wird so thematisiert, die epische Darstellungsweise und die Ästhetik des Films regen zum Nachdenken und zur Reflexion an. Das künstlerische „in Szene setzen von Psychotherapie“ ermöglicht andere Sichtweisen als in einem wissenschaftlich arrangierten Untersuchungs- bzw. Evaluationskontext.

Im Detail beschäftigen wir uns mit zentralen Problemstellungen eines jeden PsychotherapeutInnenalltags. Diese werden wie in einem Substrat verdichtet, exemplarisch im Film dargestellt. Paul, der Psychotherapeut, sieht sich mit ihn abwertenden und kontrollierenden Handlungen eines Klienten konfrontiert, die dieser Klient jedoch als völlig adäquat empfindet. Eine Klientin verliebt sich in Paul und macht ihn zu ihrem Sexualobjekt. In einer Paartherapie werden Einflüsse der Herkunftsfamiliengeschichte auf das Beziehungsverhalten der Partner transparent. Paul sucht nach konstruktiven Interventionen in einer Jugendlichenpsychotherapie, in die Eltern sich destruktiv einbringen. Die Rahmenhandlung, Therapeut lebt mit Familie in einem Haus in dem auch seine Praxis ist, zeigt anschaulich die Probleme, die bei Vermischungen von professionellen und privaten Räumen entstehen können.

Ausgehend von den Filmausschnitten und eigenen Fallbeispielen diskutieren wir diese Themen, suchen nach Parallelen in der Praxis, diskutieren intervisorisch und entwickeln Lösungsideen.

Kurze Inputs zur Nutzung von Filmen in der systemischen Therapie und zur gesellschaftlichen Wahrnehmung von Psychotherapie bereichern und erweitern die praktischen Überlegungen.

Methoden:
Filmausschnitte (In Treatment, Staffel 1, in englischer Sprache mit englischen Untertiteln), Diskussion, Theorie-Inputs, Fallbeispiele der Vortragenden und TeilnehmerInnen

Leitung:
Dr. Herbert Gröger, systemischer Psychotherapeut und Kommunikationstrainer, Fachhochschullektor für Sozialkompetenz und Managementmethoden.

Luigi Trenkler, BA, Psychotherapeut und Seminarleiter, Lektor für Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud Universität.

Termin: Samstag, 5. Mai 2012, 10:00-18.00 und Sonntag 6. Mai 2010, 09:00-13:00

Kosten: € 240,- plus 20% Mwst. = € 288,-
Ort: Institut für Systemische Therapie, Am Heumarkt 9/2/22, 1030 Wien, Tel/Fax: 01 7143800
Anmeldung: telefonisch (01/7143800), per E-Mail (office@ist.or.at) oder mit unserem Anmeldeformular.

Anmeldung bitte bis spätestens ein Monat vor dem Seminar durch Bekanntgabe von Name und Adresse per Mail und Überweisung des Seminarbeitrags: Mail an info@luigi-trenkler.com oder groeger@gmx.at
Konto: H. L. Trenkler, Kontonummer 6622641, BLZ 32000, Raiffeisenlandesbank Wien.
Rücktritt von der Anmeldung bis ein Monat vor dem Seminar bei voller Rückerstattung des Seminarbeitrags möglich – danach Rückerstattung des Seminarbeitrags bei Nennung einer Ersatzteilnehmer/in.